Todesschütze bedauert:
„Das war der schlimmste Tag meines Lebens!“
Aktuell läuft im Landesgericht Salzburg der Mordprozess gegen den Salzburger Wolfgang W.! Dieser erwischte im September einen Einbrecher auf frischer Tat. Er holte seine Waffe und erschoss den Mann. Während die Anklage Wolfgang W. vorwirft, sich in seinen Aussagen zu widersprechen, beteuert Verteidiger Kurt Jelinek, dass der Angeklagte „ein braver Mensch“ sei ...
Es ist der mit Spannung erwartete Prozess des Jahres. Der Gerichtssaal ist bis auf den letzten Platz gefüllt – so groß ist der Andrang. Aktuell sitzt Wolfgang W. im Landesgericht Salzburg. Ein Geschworenengericht soll über das Schicksal des 66-jährigen Salzburgers entscheiden. War es Mord? Oder war es Notwehr?
In den Eröffnungsplädoyers ist sich die Anklägerin, Staatsanwältin Elisabeth Reich, sicher: Wolfgang W. sei nie angegriffen worden. Der Angeklagte habe sich selbst in seinen Aussagen widersprochen. Notwehr sei also schwierig zu begründen.
Kurt Jelinek, Anwalt des angeklagten Sportschützen, relativiert: „Er ist ein braver Mensch, der noch nie etwas getan hat. Mein Mandant bedauert, was passiert ist, es tut ihm leid. Er wollte nicht töten, er wollte verletzen und war in Angst und Panik.“
Der Angeklagte selbst äußerte sich so zu Wort: „Ich bedauere sehr, dass der Einbrecher tödliche Verletzungen erlitten hat. Das war der schlimmste Tag meines Lebens.“
Der Prozess wurde kurzzeitig sogar unterbrochen. Der Angeklagte ist in Tränen ausgebrochen. Ein Nervenzusammenbruch? Die „Krone“ wird dranbleiben, wie sich der Verhandlungstag in Salzburg weiterentwickelt. Heute wird den ganzen Tag verhandelt, ein weiterer Prozesstag ist Montag anberaumt.
Was war passiert?
Zur Erinnerung: Am 31. Juli 2025 ertappte Wolfgang W. zwei Einbrecher in seinem Haus im Salzburger Stadtteil Gnigl. Der Salzburger holte seine Waffe aus dem Sicherungsschrank, feuerte einen Warnschuss ab. Das Einbrecher-Pärchen flüchtete, machte auch keine Anstalten, nach zwei weiteren Warnschüssen stehenzubleiben.
Wolfgang W. soll sich niedergekniet haben und so mit besserem Stand aus neun Metern Entfernung in den Hinterkopf des ungarischen Einbrechers geschossen zu haben. Er erlag Stunden später den Verletzungen.
Kronen Zeitung
Salzburg 08.05.2026 10:33