Rosstäuscher soll lahme und kranke Pferde verkauft haben
„Ich habe nie ein krankes Pferd verkauft", beteuerte Gottfried B. (38) am Freitag vor Gericht. Seine Kunden sehen das freilich anders: Der Rosshändler habe neun Käufern kranke als gesunde Tiere, alte als junge und lahme Gäule als Dressurpferde angedreht. Der Prozess wurde zur Vernehmung weiterer Zeugen vertagt.
Den Umgang mit Pferden lernte er vom Vater, selbst Viehhändler. 1995 machte sich der gelernte Metzger Gottfried B. selbständig, stieg ins Pferdegeschäft ein. Der Handel lief anfangs gut. Wir hatten 70 Pferde in fünf Stationen, ähnlich wie Filialen", schilderte er Richterin Lisa Bauer. 2004 kamen aber finanzielle Eng- pässe. „Es gab Probleme mit Mitarbeitern."
Deshalb gründete B. ei- nen Verein zur Pferdevermittlung. „Wir haben Tiere gekauft, teils um einen sym- bolischen Betrag, auch Gnadenhoftiere waren da Mein Mandant ist nicht geständig, er hatte niemals den Vorsatz, Jemanden betrügen zu wollen. Verteidiger Kurt Jelinek bei", sagte er. „Diese haben wir trainiert, therapiert, und wieder weiter verkauft."
Laut Anklage von Staatsanwältin Sandra Lemmer- mayer hielten die Pferde aber nicht, was B. seinen VON MAX GRILL
Kunden versprach. In neun Fällen soll er seine Käufer betrogen haben. Etwa, indem angepriesene Dressurpferde keine Lektionen konnten oder eine als 8-jährig verkaufte Stute in Wirk- lichkeit 18 Jahre am Buckel hatte. Gesamtschaden: Gut 20.000 Euro. Als sich eine Kundin beschwerte, soll ihr B. auch noch gedroht ha- ben. Es wurde vertagt.
SN.at
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