1. Prozess im schönsten Saal

Es ist das Herzstück im neuen Justiz-Komplex des Salzburger Landesgerichtes, der Schwurgerichtssaal.

Von insgesamt dreieinhalb Jahren Sanierungszeit wurde fast zwei Jahre im größten Verhandlungssaal des Landesgerichtes gewerkt, verrät Bauleiter Martin Gerhold im „Krone“-Gespräch.

Und der Saal hat wieder seinen unverkennbaren Look aus den alten Tagen bekommen – inklusive dem über alles thronenden dreiteiligen Wandgemälde des österreichischen Malers Alois Hans Schram.

Die „Krone“ fragte nach: Was wurde genau gemacht? Drei neue und große Rundbogenfenster wurden eingebaut.

Auch neu: die RWAAnlagen (für Rauch- und Wärmeabzug) sowie eigene elektronische Verdunkelungsanlagen.

Letztere werden beispielsweise für Videoprojektionen gebraucht, die auf einer nach oben aufgehenden Leinwand zu sehen sein werden. Auch eine neue Beleuchtung kam rein – neben der historischen.

Der Fußboden ist ein Original: Er wurde extra ausgelöst und aufbereitet. Der Saal ist zudem komplett arrierefrei – und in Sachen Brandschutz auf dem neusten Stand der Dinge. Außerdem findet sich viel High-Tech: beispielsweise eine eigene Steuerung für Heizung oder Beleuchtung. Dafür wurden versteckte Kabelkanäle über den Marmorwänden beziehungsweise unter dem Fußboden einbaut. Sämtliche Möbel – vom Angeklagtensessel bis zu den Zuschauerbänken – wurden restauriert. Eine Besonderheit ist die Rückkehr der alten  Geschworenenbank, die im Zuge des WEBProzesses wegen Platzmangel ausgebaut wurde.

All dies wird am 12. November erstmals genutzt: Denn da steht der erste öffentliche Geschworenenprozess im Schwurgerichtssaal an. Es geht um versuchten Mord. Angeklagt ist ein türkischer Imbissbuden-Besitzer (Verteidiger Kurt Jelinek). Der 54-Jährige soll am Abend des 7. Dezember 2017 viermal mit einer Pistole der Marke Walther P38 auf einen Landsmann (41) geschossen haben. Dieser überlebte nur dank einer Not-Operation. Passiert ist dies in der Schießstattstraße in Salzburg-Lehen.

 

Kronen Zeitung

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