Aus der Untersuchungshaft freigelassen worden ist am Montag jener Pongauer, der beschuldigt wird, seine eigene Tochter sexuell missbraucht zu haben. Diese Haft sei nicht mehr verhältnismäßig, hieß es von seinem Verteidiger Kurt Jelinek.
Er darf sich aber dennoch seiner Tochter bis auf Weiteres nicht nähern. Der Pongauer Vater steht seit Monaten vor Gericht – er soll die eigene fünfjährige Tochter sexuell missbraucht haben. Sie schilderte das auch vor Fachleuten.
Erstes Gutachten: Schilderungen der Tochter glaubwürdig
Das Kind sage die Wahrheit, die Wahrheit über wörtlich komische Spiele mit dem Vater, bei denen sie an seinen Genitalien lecken habe müssen – so die Beurteilung der ersten Gutachterin. Dies sei keine Fantasie, obwohl unter-Siebenjährige als besonders beeinflussbar gelten. Und die Mutter zu verdächtigen, dem angeklagten Vater schaden zu wollen sei auch absurd, so die Gutachterin weiter. Denn die Mutter habe keinen Gewinn aus der Situation, vielmehr Schaden, weil sie ihr Kind nicht vor Übergriffen schützen könne.
Doch diese Expertise, auf der die Anklage der Staatsanwaltschaft Salzburg aufbaut, wurde von den Verteidigern des Vaters unter Beschuss genommen. Warum gebe es komische Tippfehler, welche Ausbildung habe sie, wie lange habe sie mit dem Kind gesprochen, warum sei das alles nicht dokumentiert worden – all das wurde am Montag hinterfragt.
Vater drohen bei Schuldspruch bis zu 20 Jahre Haft
Sie versuchten, die Gutachterin als befangen darzustellen, in der Hoffnung, dass das Gericht einen neuen Gutachter bestellt und der Vater bis dorthin aus der Untersuchungshaft freigelassen wird. Das ist nun gelungen. Bei einem Schuldspruch würden ihm zwischen fünf und 20 Jahre Gefängnis drohen. Ein Urteil in diesem Fall konnte am Montag nicht gesprochen werden: Die zuständige Richterin hat ein zusätzliches Gutachten beauftragt, das helfen soll, den Wahrheitsgehalt der Aussagen des Mädchens einzuschätzen.
Vater wie Mutter des Mädchens sind gerichtsbekannt – er wegen Gewaltdelikten, sie wegen Drogenhandels. Das Kind wächst bei der Großmutter auf.
Quelle: salzburg.orf.at
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