LKW-Lenker angeklagt

Ein wüster Streit unter Lkw-Lenkern an einer Raststätte der A1 bei Mondsee mündete nun in eine Anklage wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Zwei ukrainische Lenker werden sich den Geschworenen stellen müssen: Weil sie zu zweit einen anderen Lkw-Lenker derart verprügelten, so dass dieser hätte sterben können.

„Stopp! Kollege, Stopp!“ Dies rief ein Augenzeuge, selbst auch ein Lkw-Lenker, als er die Schlägerei zwischen den drei Brummi-Fahrern beobachtete. Passiert am 4. April auf einer Raststätte der A1 in Mondsee. Der Zeuge beobachtete und filmte alles mit dem Handy.

Zuerst rauften zwei Lkw-Lenker miteinander. Nach kurzer Zeit kam ein dritter dazu. In der Hand hatte er einen Hammer und drosch damit auf einen am Boden liegenden Kraftfahrer ein – zuerst auf die Beine, dann gegen den Kopf. Mit voller Wucht, wie der Zeuge im Verhör aussagte: „Ich dachte, er bringt ihn um.“

Video zeigt Schlägerei und Hammer-Attacke

Auf diesem vier Minuten langen Video beruht die Anklage der Staatsanwaltschaft Wels. Vorwurf: versuchter Mord. Für den Staatsanwalt steht fest, dass die zwei ukrainischen Lkw-Lenker (23, 44) es zumindest für möglich hielten, dass ihr Opfer an den Verletzungen stirbt.

Doch wie kam es dazu? Laut Anklage hatten alle drei das April-Wochenende berufsbedingt auf der Raststätte verbracht. Zur Tatzeit – etwa 16.30 Uhr – waren auch alle drei betrunken. Der 23-Jährige geriet zuerst mit dem eigentlichen Opfer in Streit, bekam anfangs selbst mehrere Schläge ab. Doch das Blatt wendete sich: Als der 23-Jährige das Opfer auf den Boden brachte, kam der 44-Jährige mit dem Hammer dazu, holte aus und schlug zu. Als das Opfer benommen aufstand, bekam es sogar noch einen Fußtritt ab. Erst dann ließen die Angeklagten ab. Gerichtsmediziner bestätigen: Die Schläge mit dem Hammer hätten lebensbedrohlich sein können. Ein Prozesstermin ist noch offen. Verteidigt werden die Ukrainer durch die Salzburger Anwälte Kurt Jelinek und Christoph Mandl.

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