Pakete mit Luxusuhren abgezweigt? Zusteller in Salzburg im Zweifel freigesprochen

Weil er zwischen März und Juli 2019 in gleich vier Fällen Pakete mit hochpreisigen Uhren (Gesamtwert: 63.000 Euro) abgezweigt haben soll, saß am Mittwoch ein 41-jähriger Paketzusteller in Salzburg vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Richterin Dagmar Schmidt).

Dem Angeklagten, er ist staatenlos und lebt schon seit Längerem im Flachgau, wurde zudem angelastet, seine Tochter mit dem Umbringen bedroht zu haben. Den Hauptvorwurf bezüglich der Paketdiebstähle wies der Mann entschieden zurück. Sein Verteidiger Christoph Mandl: "Mein Mandant hat vier Jahre bei dem - für einen großen Paketzustelldienst tätigen - Subunternehmen gearbeitet - stets verlässlich. Es hatten dort viele Mitarbeiter die Gelegenheit, Pakete abzuzweigen. Zudem können Pakete bei Zustelltouren auch verloren gehen oder liegen bleiben: und außerdem war das System zum Scannen der Pakete fehleranfällig."

Der 41-Jährige war übrigens vor rund zehn Jahren verurteilt worden, weil er damals einen anderen Paketdienst bestohlen hatte. Bezüglich der nun gegenständlichen Diebstähle sprach ihn der Senat aber im Zweifel mangels Tatnachweises frei. Verurteilt wurde er dennoch: Zu sechs Monaten bedingter Haft wegen der Drohung zulasten der Tochter (nicht rechtskräftig).

Salzburger Nachrichten

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