Raub-Mörder nach 24 Jahren gefasst und wieder frei

Ein in Salzburg lebender Georgier (52) soll an sein Heimatland ausgeliefert werden. Laut den georgischen Behörden handelt es sich bei dem Mann um einen Raub-Mörder. Im Mai 1997 soll er einen Mann bei einem Überfall erschlagen haben. Er flüchtete – seit 2005 ist er in Salzburg und seit Ende 2020 in Haft. Nun ließ das Gericht den Mann frei.

Mehr als 15 Jahre lang lebte der Georgier unbehelligt und straffrei in Salzburg – mit Frau und Kindern. Bis Anfang November 2020 ein Brief aus Georgien die heimische Justiz erreichte: ein Gesuch auf Auslieferung.

Wegen eines Verbrechens, das sich 1997 ereignet hatte: Der in Salzburg lebende Georgier hat demnach mit einem Landsmann einen Raubüberfall begangen und einen Mann derart schwer verletzt, dass dieser Tage später verstarb. 2011 wurde der Fall vom Bezirksgericht in Ambrolauri in Abwesenheit des mutmaßlichen Täters verhandelt. 15 Jahre Haft lautete das Urteil, das 2013 auf elf Jahre und drei Monate reduziert wurde.

Ganze sieben Jahre später folgte nun der Antrag auf Auslieferung – warum erst jetzt, ist unklar. Die heimischen Behörden ordneten die Festnahme an. Bis zum 18. Februar saß der Mann in der Justizanstalt Puch-Urstein in Auslieferungshaft.

Doch nun, wenige Tage vor der offiziellen Entscheidung zur Auslieferung, ist er frei und zuhause. Das Landesgericht enthaftete den Mann aufgrund einer rechtlichen Bagatelle, wie Jelinek erklärt: Für die bei Mordfällen übliche obligatorische U-Haft müssten mindestens zehn Jahre Haft drohen. In diesem Falle gelten aber die georgischen Strafgesetze, bei denen die Strafdrohung bei 9 Jahren beginnt. Der Georgier durfte mit Weisungen nach Hause: „Mein Mandant ist schwer krank und muss sich jede Woche bei der Polizei melden“, so Jelinek.

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