Videoschuldspruch nach Gewalt an Freundin

RA Jelinek Justice

Richterin, Staatsanwältin und Verteidiger saßen im Verhandlungssaal des Salzburger Landesgerichtes. Seit einer Verordnung des Justizministeriums vom 16. März 2020 ist eine Durchführung von derartigen Videokonferenzen in Strafsachen möglich.

 

Richterin Anna-Sophia Geisselhofer entschied sich Donnerstag für diese Maßnahme. Verteidiger Kurt Jelinek war damit einverstanden: „In der jetzigen, besonderen Situation ist das absolut sinnvoll.“

Verteidiger fieberfrei

An der Eingangsschleuse beim Landesgericht wurde bei dem Salzburger Anwalt als Vorsichtsmaßnahme seine Körpertemperatur gemessen. Er hatte kein Fieber und durfte passieren. Der Verteidiger vertritt derzeit insgesamt 20 Häftlinge.

Der bisher unbescholtene Angeklagte ist seit 16. Februar in der Justizanstalt Salzburg in Untersuchungshaft. Er zeigte sich heute zu den Vorwürfen der Körperverletzung, gefährlichen Drohung, schweren Nötigung und Freiheitsentziehung geständig.

Harter Angriff gegen die Freundin

Konkret soll der Salzburger seine Lebensgefährtin im Februar mit beiden Händen gewürgt und sie durch die Wohnung geschleudert haben. Sie erlitt Rötungen und Hämatome. Zudem soll er ihr angedroht haben: „Heute wirst du sterben“ und ihr ein Messer vor das Gesicht gehalten und dabei gedroht haben, falls sie die Polizei rufe, werde er ihr „mitten ins Herz“ stechen.

Bereits im Herbst 2019 soll der Beschuldigte seine Lebensgefährtin in einem Zimmer eingesperrt und ihr dadurch zumindest kurzfristig ihre persönliche Freiheit entzogen haben, wie Gerichtssprecher Peter Egger sagte.

15 Monate Haft teilbedingt

Von der verhängten Freiheitsstrafe in Höhe von 15 Monaten hat die Richterin 14 Monate auf Bewährung nachgesehen. Damit beträgt der unbedingte Haftanteil einen Monat. Der Salzburger muss an das Opfer 1.000 Euro Teilschmerzensgeld zahlen. Die Richterin ordnete eine Bewährungshilfe an, der Mann muss auch seine verordnete Medikation fortsetzen. „Das Urteil ist rechtskräftig“, erklärte der Gerichtssprecher.

 

Quelle: Salzburg ORF

Zurück