Aufgeflogen sind die Österreicher und Serben, weil Ermittler ihre verschlüsselten Nachrichten knacken konnten. Die Dealer sind am Montag zu Freiheitsstrafen zwischen vier und zehn Jahren verurteilt worden. Bereits seit November wurde den Männern im Alter zwischen 30 und 35 Jahren der Prozess gemacht. Über Kuriere wurde die Ware vorwiegend aus Serbien nach Salzburg geschmuggelt. Übergabeorte waren dann unter anderem Eugendorf, Neumarkt, Grödig (alle Flachgau) oder Salzburg.
Mutmaßlicher Kopf der Bande soll ein 54-jähriger Serbe sein, der zeitweise in Salzburg gewohnt hat und vermutlich in seinem Heimatland untergetaucht ist. Er soll die Lieferungen der Drogen von Serbien und Bosnien-Herzegowina nach Österreich im Zeitraum von Juli 2019 bis Februar 2024 organisiert haben. Den Transport übernahmen bisher unbekannte Kuriere
Konkret geht es um 360 Kilogramm Cannabiskraut und 23 Kilogramm Kokain. Derart große Drogenmengen sind in Salzburg nur selten angeklagt, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Florian Weinkamer: „Das übersteigt die Anforderungen für diese übergroße Menge bis zu 88 Mal, nur um das einordnen zu können, damit man sich überhaupt in diesem Strafrahmen von einem bis zu 15 Jahren einfindet." Bis auf einen Angeklagten waren alle in den vergangenen Verhandlungen geständig.
Zehn Jahre Haft für Sohn des Bandenanführers
Ihre Verteidiger stellten sich am Montag auf eine hohe Strafe ein, sagte etwa der Verteidiger des Viertangeklagten, Verteidiger Kurt Jelinek: „Mein Mandant war der erste, der vollumfänglich geständig war und hat sicher wesentlich zur Wahrheitsfindung beigetragen und ich gehe davon aus, dass das Gericht das entsprechend berücksichtigen wird. Zu vier Jahren Freiheitsstrafe wurde der Viertangeklagte letztendlich verurteilt. Doch die weiteren Strafen fielen am Montag weit höher aus. Mit sechs Jahren, neun und sogar zehn Jahren unbedingter Haft für den Sohn des untergetauchten Bandenkopfes.
Über Nachrichtendienst aufgeflogen
Aufgeflogen war die Bande wie so viele andere Kriminelle in Europa über den vermeintlich verschlüsselten Nachrichtendienst Sky ECC. Über diesen Dienst machten die Angeklagten ihre Geschäfte aus, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft: „Im konkreten Fall haben europäische Ermittlungsbehörden aus drei Ländern eine Schwachstelle entdeckt, nämlich die Server. Und über diese Server ist die gesamte Kommunikation, sind die gesamten Daten gelaufen und hier hat man entschlüsseln und dadurch mitlesen können.“ Vier von fünf Freiheitsstrafen sind noch nicht rechtskräftig.
red, salzburg.ORF.at/Agenturen